In der Werkstatt des UAE Team Emirates – Über Räder und Powermeter

Giuseppe Archetti ist der Chefmechaniker des UAE Team Emirates. Er selbst sagt, dass er „der älteste Mechaniker“ des Teams sei, aber dafür hat er auch viele Jahre Erfahrung in der World Tour bei verschiedenen Teams und der italienischen Nationalmannschaft gesammelt. Giuseppe kümmert sich nicht nur um die Räder und die Powermeter, er ist auch für die Organisation aller Mechaniker zuständig.

Die Werkstatt des UAE Team Emirates.
Die Werkstatt des UAE Team Emirates.

 

 

Wieviele Räder fässt du eigentlich pro Jahr an?

Giuseppe: Viele, viele, viele. Das kann ich gar nicht zählen. Eigentlich sind wir Mechaniker nur dabei Räder zu checken, neu aufzubauen oder etwas zu reparieren. Allein für die acht Fahrer bei der Tour de France bereiten wir 28 Straßenräder und 16 Zeitfahrräder vor. Alle Räder werden vor dem Start der Tour komplett auseinander gebaut und neu zusammen gebaut. Wir überprüfen jede einzelne Schraube und ersetzen alle Verschleißteile wie Kassette, Kette und Bremsbeläge.

Wie lange braucht ihr für die Vorbereitung einer großen Rundfahrt?

Giuseppe: Die Vorbereitungen auf die Tour de France z.B. starten direkt nach dem Giro. Alle Räder kommen zu uns in die Werkstatt zurück und dann nehmen wir sie nach und nach auseinander, bevor wir sie erneut aufbauen.

Ihr nutzt unseren NG Campagnolo Powermeter, was müsst ihr dabei beachten?

Giuseppe: Nachdem wir die Powermeter eingebaut haben, überprüfen wir nur noch den Ladestatus der Batterie. Während der Rundfahrten haben wir eine Liste, damit wir keines der Räder vergessen. Ansonsten checken wir nur die LEDs beim Aktivieren des Powermeters. Abgesehen davon müssen wir eigentlich nie an die Powermeter denken und das hilft uns sehr. Während einer Grand Tour hat man so viel um die Ohren. Da hilft es, dass man nicht auch noch an den Powermeter denken muss. Selbst wenn wir die Kettenblätter wechseln müssen wir an nichts weiter denken. Sollte wir mal eine Kurbelgarnitur tauschen müssen, dann dauert es auch nur 7-8 Minuten, bis ein Mechaniker die neue Kurbelgarnitur mit Powermeter eingebaut hat.

Kannst du uns noch einen kleinen Trick verraten, der auch Hobbyrennfahrern das Leben leichter macht?

Giuseppe: Natürlich, wenn man mit Profis zusammen arbeitet, dann findet man immer eine Lösung für die Probleme. Zum Beispiel haben sich unsere Fahrer immer über Transpoder beschwert die einfach an der Gabel runter rutschen. Das kann gefährlich werden, wenn der Transponder in die Speichen kommt. Unsere Lösung ist es einfach ein kleines Stück Sandpapier auf die Gabel zu kleben. So hat der Transponder mehr halt und kann nicht runter rutschen.

Ein kleines Stück Sandpapier hilft dabei den Transponder an Ort und Stelle zu halten.
Ein kleines Stück Sandpapier hilft dabei den Transponder an Ort und Stelle zu halten.

 

Du möchtest mehr über die Vorbereitungen des UAE Team Emirates zur Tour de France erfahren? Hier findest du unser Interview.