Schneller werden durch die perfekte Reifenwahl: Teil 2 – Reifenzusammensetzung

Im ersten Teil unserer Mini-Serie hat unser Performance-Experte Andrés Díaz über die wichtigsten Fakten zur Reifenbreite aufgeklärt. Im zweiten Teil geht es nun um die Reifenzusammensetzung und darum, wie diese deine Leistung auf dem Rad beeinflussen kann.

 

REIFENZUSAMMENSETZUNG

Es gibt drei entscheidende Faktoren für die Zusammensetzung eines Reifens, die ihn hinsichtlich des Rollwiderstands schnell machen: die Karkasse, die Lauffläche und wie dick diese beiden Schichten sind.

Karkasse: Je dünner die Karkasse ist, desto besser verformen sie sich und desto weniger Energie wird dafür benötigt und kann für den Vortrieb genutzt werden. Das Material der Karkasse spielt dabei auch eine Rolle, es kann z.B. aus Nylon, Polycotton usw. bestehen.

Die Lauffläche: Die Lauffläche besteht aus Gummi und stellt den Kontakt mit dem Boden her. Je elastischer und flexibler dieser Gummi ist, je besser er sich an den Untergrund anschmiegen kann, desto geringer ist der Energieverlust durch seine Verformung.

Unter Berücksichtigung dieser Faktoren gibt es zunächst nur eine Schlussfolgerung: Das dünnste Gehäuse mit der elastischsten und flexibelsten Lauffläche ist der schnellste Reifen. Wenn man einen Blick in die Welt des Motorsports wirft, wird man schnell feststellen, dass die schnellsten Reifen für Rennwagen „supersoft“, „ultrasoft“ oder sogar „hypersoft“ sind.

Nun könnte man meinen, dass eine dünne Karkasse und eine weiche Gummimischung sehr leicht zu durchstechen und somit anfällig für einen Platten sind. Allerdings sind neue High-End-Reifen mit einem sehr hohen TPI-Wert (Threads per Inch) ausgestattet. Bis zu 300-320 Fäden pro Zoll bilden ein sehr dichtes Gewebe und eine zusätzliche Anti-Pannenschutzschicht machen die Reifen sicher und langlebig, ohne ihre Leistung zu beeinträchtigen. Vor allem im Langdistanz-Triathlon gibt es die weit verbreitete Meinung, dass Reifen mit hohem Pannenschutz verwendet werden sollten. In Wirklichkeit kann man jedoch Minuten (ja, Minuten!) auf einer Distanz von 90 oder 180km verlieren, indem man solche Reifen verwendet.

Die Wahl eines schnellen Reifens ist etwas, das Triathleten im Wettbewerb immer in Betracht ziehen sollten. Es gibt eine Frage, die auch dir bei der Entscheidung hilft: Wie lange brauchst du, um einen Platten zu reparieren? Wenn du einen Reifen mit einem sehr niedrigem Rollwiderstand verwendest, ist der schlimmste Fall ein platter Reifen. Wenn du einen schnellen Reifen nutzt, kannst du es dir allerdings leisten dieses Platten zu reparieren. Anschließend kannst du das Rennen fortsetzen und verliest keine Zeit gegenüber einem Reifen mit viel Pannenschutz, da du wesentlich schneller unterwegs bist. Im Normalfall bekommst du allerdings keinen Platten, und dann gewinnst du Minuten auf der Radstrecke.

 

FAZIT:

Qualitativ hochwertige Reifen sind wahrscheinlich die beste und günstigste Methode, um dein Fahrrad aufzuwerten. Teuere Reifen haben oftmals eine bessere Reifenzusammensetzung und verwenden hochwertigere Materialien. Geld für Reifen auszugeben verbessert die Leistung, erhöht die Sicherheit bei Nässe und in Kurven und bietet sogar einen besseren Pannenschutz als billigere Reifen. Dieses Upgrade sollte jeder Rennradfahrer, Triathlet und MTB-Fahrer in Betracht ziehen.

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